Ein Hase wird gehäutet: Aktionistischer Protest gegen die Pelzindustrie

Der Hase kreischt, als der Mann in der braunen Kutte ihm das Fell abzieht. Unter dem Kostüm kommt eine junge Frau zum Vorschein. Ihre rosa Leggings haben rote Flecken, ihr T-Shirt auch. Reglos bleibt sie liegen. Um sie herum lassen sich etwa vierzig Menschen zu Boden fallen.

Das Mädchen im Hasenkostüm heißt Lilie Lin und engagiert sich seit drei Jahren beim Verein gegen Tierfabriken, für den auch einige der Angeklagten im Tierschützerprozess  arbeiten. Weil sie die wöchentlichen Demonstrationen des VGT langweilig fand, regte die 17-jährige Schülerin den Anti-Pelz-Flashmob an, der am Samstag Nachmittag am Stephansplatz stattfand. Das Ziel: Auf leidende Tiere aufmerksam machen und dabei Spaß haben.

Einige Passanten bleiben stehen, schauen, fotografieren, rätseln über die Aktion. „Gegen Tierquälerei ist das wohl“, vermutet eine Dame mit grauem Kurzhaarschnitt, „irgendwas wird’s schon bringen“. Sie zupft ihren Pelzmantel zurecht und schlendert davon.

Falter, 23.2.2011

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