»Nach einem Crash hilft nur liegen und warten«

Sie leiden unter Atemnot und Konzentrationsproblemen, mussten ihr Studium unterbrechen, ihren Alltag umstrukturieren, ihre Träume aufgeben. Vier junge Menschen über ihr Leben mit Long Covid.

Junge Menschen haben ein geringeres Risiko, an Corona zu sterben – aber auch bei ihnen kann eine Infektion schwere, unter anderem neurologische Spätfolgen haben. Long Covid heißt die Krankheit nach der Krankheit, seriösen Schätzungen zufolge leiden etwa zehn Prozent aller an Covid-19 Erkrankten darunter, Frauen häufiger als Männer. Was bedeutet Long Covid für das Studium, die Arbeit, das Sozialleben, die Lebensplanung? Vier Betroffene zwischen 20 und 30 erzählen ihre Geschichte. Weiterlesen auf Spiegel.de

Spiegel.de, 12. März 2022

Die Bestandteile des „Alles gurgelt“-Testsets liegen ausgebreitet auf einem Tisch

„Alles gurgelt“ – Wie viel die Wiener PCR-Teststrategie wirklich bringt

Die Stadt Wien kann mehr PCR-Tests durchführen als ganz Deutschland. Wie sinnvoll ist das im Kampf gegen die Pandemie? Sollten deutsche Städte sich davon etwas abschauen?

Wer in Wien in den letzten Monaten mal an einem Sonntagmittag an einer Tankstelle vorbeikam, der konnte Merkwürdiges beobachten: Scharenweise strömen Menschen dorthin, mit dem Auto, zu Fuß, auf dem Fahrrad. Sie ignorieren die Zapfsäulen, betreten direkt den Shop, werfen eine kleine blaue Schachtel in eine große Sammelbox und gehen wieder.

Die kleine blaue Schachtel, das ist Wiens Corona-Teststrategie. Die Strategie, wegen der all die Diskussionen, die in Deutschland und anderswo über die beschränkte Aussagekraft von Corona-Schnelltests geführt werden, die Berichte über Schlangen vor Testzentren und mangelnde Laborkapazitäten für PCR-Tests, für in Wien lebende Menschen wie ein Blick in eine Parallelwelt wirken. Wegen der eine Zwei-Millionen-Stadt allein pro Tag manchmal so viele PCR-Tests durchführt wie ganz Deutschland zusammen, wie viele Medien zuletzt aufgeregt bemerkten – durchschnittlich 188 000 pro Tag waren es nach Angaben des zuständigen Labors im Januar, 356 000 am stärksten Tag Ende des Monats. Wie gut ist diese Strategie wirklich? Sollte Deutschland sie übernehmen? Weiterlesen auf Spektrum.de oder auf RiffReporter.de

Spektrum.de, 2. Februar 2022
RiffReporter.de, 16. Februar 2022

Schwarz-weiß-Foto, ein Junge steht vor einem Doppelhaus, im Vordergrund sind statt einer Straße nur Erde und Geröll zu sehen

Eine Siedlung für das Fräulein Piroska

Vor 65 Jahren begann der Ungarnaufstand und mit ihm die Massenflucht nach Österreich. Wie ging das Land damals mit den Migranten um? Ein Besuch in der Ungarnsiedlung in Floridsdorf

Die Menschen kommen in Scharen über die Grenze ins Burgenland, die meisten zu Fuß und mit wenig Gepäck. Sie werden vom Bundesheer und von Hilfsorganisationen mit warmem Essen versorgt, viele Österreicherinnen und Österreicher spenden Geld und Spielzeug, helfen später bei der Job- und Wohnungssuche.

Es ist nicht das Jahr 2015, sondern 1956, und die Flüchtlinge kommen aus Ungarn, wo gerade sowjetische Panzer die Hoffnung auf Veränderung niedergewalzt haben. Am 23. Oktober ist es 65 Jahre her, dass in Ungarn der Aufstand gegen den Sowjetkommunismus ausbrach; nur zwölf Tage darauf wurde er niedergeschlagen. 180.000 Ungarn und Ungarinnen überquerten in den folgenden zwei Monaten die Grenze zu Österreich. Die freundliche Aufnahme der Flüchtlinge im Winter 1956 prägte Österreichs Bild von sich selbst. Bis heute rühmt sich das Land der Hilfsbereitschaft von damals. Wie restriktiv die Asylpolitik in den folgenden Jahrzehnten auch wurde, der Winter 1956 dient als Schutzschild gegen den Vorwurf der Flüchtlingsfeindlichkeit. Aber stimmt diese Erzählung überhaupt?

Wer wissen will, wie es den Ungarnflüchtlingen nach ihrer Ankunft ergangen ist, der findet Antworten in einem kleinen Wohnviertel in Floridsdorf, am Stadtrand von Wien. Hier steht die sogenannte Ungarnsiedlung, 1958 erbaut, Doppelhäuser und Bungalows für 62 Flüchtlingsfamilien. Weiterlesen auf Zeit Online, Feature für die Ö1-Sendereihe Dimensionen

Die Zeit, 21. Oktober 2021
Ö1, 3. Januar 2022

Illustration: Eine Frau betrachtet eine Wand, an der Bilder von verschiedenen schmerzenden Körperteilen hängen

„Sie haben nichts.“

Sonja Kohl und Petra Aurich haben körperliche Beschwerden. Niemand kann erklären, woher sie kommen. Sind sie harmlos? Oder Anzeichen von ernsten Erkrankungen? Über den schmalen Grat zwischen Nichts und Etwas in der Medizin. 

Sonja Kohl ist Anfang 30, als es beginnt. Magen-Darm-Probleme. Geschwollene Lymphknoten. Blasenentzündungen. Ständiger Muskelkater. Sie geht zum HNO-Arzt wegen ihrer Ohrenschmerzen, er findet keine Erklärung. Der Augenarzt sagt, an den entzündeten Augen seien ihre Kontaktlinsen schuld. Der Umstieg auf eine Brille ändert nichts. Sie macht einen Allergietest, weil sie dauernd niesen muss: nichts. 

Die meisten Menschen haben so etwas schon einmal erlebt. Das Knie schmerzt, der Kreislauf schwächelt, die Verdauung spinnt, man weiß nicht, warum, und dann ist es wieder vorbei. Oder: Irgendwann macht man sich doch Sorgen, geht zur Ärztin, die findet nichts, man ist erleichtert, irgendwann sind die Beschwerden wieder weg.

Oder eben nicht. Weiterlesen auf Science Notes

Science Notes, Juli 2021
Illustration: Katja Gendikova, www.katjagendikova.com

Die beste Zeit ihres Lebens?

Die Hälfte der 18- bis 24-Jährigen zeigen Symptome einer Depression. Das betrifft auch die, denen gern ein sorgenfreier Alltag nachgesagt wird: Studierende 

Rebeka Rajkovacic ist am Ende ihres zweiten Semesters. Wie ihr Institut oder dessen Bibliothek, wie überhaupt ein Hörsaal von innen aussieht, das weiß die 20-jährige Studentin der Transkulturellen Kommunikation bislang nur von Fotos auf der Website der Uni Wien.

Christoph Berger studiert im sechsten Semester Jus an der Uni Salzburg. „Es wird als Luxusproblem dargestellt, dass Studierende nicht mehr fortgehen und Freunde treffen können“, sagt der 22-Jährige. „Aber wenn dieser vermeintliche Luxus den Großteil deines Soziallebens ausmacht, bleibt jetzt halt nicht mehr viel übrig.“

Lisa Lenz ist 19 und studiert Technische Chemie an der TU Wien, sie ist im vierten Semester. Fragt man sie, wie es ihr geht, wie sie mit der Situation klarkommt, sagt sie: „Ein bisschen depressiv.“ Ob sie das im klinischen oder im umgangssprachlichen Sinn meint, ist erst mal unklar. So oder so ist sie damit keine Ausnahme.

Die Corona-Krise hat die psychische Belastung vieler Menschen gesteigert. In allen Teilen der Bevölkerung, ja, aber mit einer klaren Tendenz: Die Jungen leiden stärker als die Älteren. Weiterlesen auf Zeit Online

Die Zeit, 27. Mai 2021