„Gläubig, aber mit dem Bodenpersonal nicht zufrieden“

Im letzten Teil der Reihe „Erzählen Sie mir“ spricht Gertrude Laufer über ihre Arbeit für die Amerikaner, staubsaugende Männer und den Sinn des Militärdienstes.

NU: Frau Laufer, Sie waren von 1939 bis 1947 im Exil in Shanghai. Wie war die erste Zeit zurück in Wien?

Laufer: Wir haben vier Monate lang in einem Hotel im zweiten Bezirk gewohnt, bis meine Eltern ihre Wohnung zurückbekommen haben.Ein Jahr später haben sie auch ihr Geschäft, ein Parfümeriegeschäft, zurückbekommen.Weiterlesen »

„Es gibt wenige gute Menschen“

In Teil drei der Reihe „Erzählen Sie mir“ erzählt Susanne Guttmann von Glauben, Tradition und dem Unterschied zwischen Männern und Frauen.

NU: Sie sind 1939 nach Shanghai geflüchtet. Wie haben Sie dort gelebt?

Guttmann: Wir hatten nicht die Absicht zu bleiben. Wir haben ein Affidavit nach Amerika eingereicht – aktuell ist das im 1953er-Jahr geworden! Wir sind in ein internation camp gekommen. Ich habe das als Achtjährige nicht als so furchtbar empfunden. Ich habe geglaubt, das gehört so, dass man keine Schuhe und keine Toilette hat.Weiterlesen »

„Wir wollten Österreich retten“

Teil zwei der Reihe „Erzählen Sie mir“: Edith Wein (86) erzählt über die Selbstverständlichkeit, mit der sie nach dem Krieg Österreich wieder aufbauen wollte. Und die harte Realität als alleinerziehende, geschiedene Mutter zweier Söhne.

NU: Sie sind 1938 mit 14 Jahren nach England geflohen. Wie war Ihre erste Zeit dort?

Wein: Eine Engländerin, die Kundin im Modesalon meiner Mutter war, hat mich in Darlington, im Norden Englands, in ein College für Mittelstandskinder eingeschrieben. Wir haben Wäscherei gehabt, Kochen, aber auch andere Fächer. Es war nicht einfach, sich in dem Alter in einem englischen College zurechtzufinden, aber ich habe sehr viel davon profitiert. Ich habe einige gute Freundinnen gehabt. Eine davon, die Rosemary, habe ich vor ungefähr zehn Jahren gesucht, wir haben uns dann in London getroffen und sind noch immer in Kontakt.Weiterlesen »

Von fremden Ländern, enttäuschten Erwartungen und offenen Mistkübeln

Über die Schrecken der Nazizeit haben ältere jüdische Frauen wie Hansi Tausig immer wieder berichten müssen. In der neuen NU-Gesprächsreihe „Erzählen Sie mir“ erzählen sie einer um beinahe siebzig Jahre Jüngeren von der Zeit nach 1945.

NU: Sie sind 1946 aus England nach Österreich zurückgekommen. War für Sie von Anfang an klar, dass sie zurückwollen?

Tausig: Bei Kriegsschluss war ich schon entschlossen, da war ich schon in der Organisation und darauf vorbereitet.

Was für eine Organisation?
Young Austria. Das war eine Organisation von Jugendlichen, und die Ausrichtung war „Zurück nach Hause“. Also erst einmal österreichische Kultur verbreiten bei englischen Jugendlichen: Wir hatten eine Spielgruppe und einen Chor, wir haben österreichische Klassiker gespielt, waren zu vielen Jugendclubs eingeladen und haben dort über Österreich gesprochen, ein paar Lieder gesungen, volksgetanzt, … Das war im Großen und Ganzen die Vorbereitung.Weiterlesen »