Vertraute fern der Heimat

Vor zehn Jahren startete das Projekt „Connecting People“. 200 Österreicher haben seither Patenschaften für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge übernommen.

An den Schafskäse erinnert sich Hannes Dangl noch genau: „Da machst du das Einlegeglas auf, und es riecht nach Tier“. Constantin Ivanescu (Name geändert), der moldawische Patensohn der Familie Dangl, hatte den Käse von seinen Eltern geschickt bekommen und bei einem Ausflug stolz präsentiert. „Wir sind am Laaerberg gesessen, mit Blick Richtung Schwechat“, sagt Sabine König-Dangl, „und da hat Constantin von seiner Flucht erzählt, bei der er die Raffinerie zum ersten Mal gesehen hat“. Weiterlesen »

Die schwedischen Doppelgänger der Gaddafi-Geschwister

Das Türschild ist unbeschriftet, Bewegungsmelder und Kameras überwachen das weiße Haus im Nobelbezirk. Der Besitzer: Saif al-Islam al-Gaddafi, zweiter Sohn des libyschen Diktators Muammar al-Gaddafi und bis vor Kurzem als dessen Nachfolger gehandelt. Gerüchte, wonach Teile seiner Familie gerade in Österreich seien, wies Innenministerin Maria Fekter in der Pressestunde zurück: „zumindest nicht unter dem Namen Gaddafi“.

Am unteren Ende des steilen Gässchens hält ein schwarzer Lexus, ein Chauffeur mit Ray-Ban-Sonnenbrille öffnet die Tür. Ein stämmiger Mann mit zurückgegeltem schwarzem Haar steigt aus. Ihm folgt eine Frau, elegant gekleidet, ein locker sitzendes Kopftuch bedeckt einen Teil ihrer blondierten Haare. Die beiden gehen auf das weiße Haus zu. Sie seien Schweden, erklären sie, und würden sich hier, am äußersten Rande Wiens, „nur umschauen“. Sie sehen Aisha und Hannibal al-Gaddafi, der Tochter und dem fünften Sohn des Diktators, zum Verwechseln ähnlich.

Falter, 2.3.2011