Wie antisemitisch ist Deutschland?

Hass auf Juden gibt es hier nicht mehr. So dachten viele. Dann verbrannte in Berlin eine Israel-Flagge. Haben die Flüchtlinge einen neuen Antisemitismus ins Land gebracht? Oder war er nie weg? Juden und Nichtjuden erzählen.

Von , , , und Ruth Eisenreich

Dies alles sind Nachrichten aus Deutschland vom Januar 2018: Die Union fordert die Ausweisung von Zuwanderern, die antisemitischen Hass verbreiten. Die Berliner Staatssekretärin Sawsan Chebli von der SPD, Tochter palästinensischer Flüchtlinge, verlangt, alle Menschen, die in Deutschland leben, auch Asylbewerber, müssten eine KZ-Gedenkstätte besuchen. Winfried Kretschmann, der baden-württembergische Ministerpräsident von den Grünen, erklärt: “Die Landesregierung wird auch weiterhin für die Sicherheit jüdischen Lebens in unserer Mitte bürgen.” Der Bundestag fordert die Regierung mit großer Mehrheit auf, einen eigenen Antisemitismusbeauftragten einzusetzen.

Dies alles sind politische Notfallmaßnahmen. Sie sollen ein Signal aussenden, wenige Wochen nachdem sich etwa 1.200 Demonstranten vor dem Brandenburger Tor versammelt hatten. Weiterlesen auf Zeit Online

Die Zeit, 1. Februar 2018

Der Gazakrieg in Bischofshofen

Bei einem Fußballmatch stürmen Jugendliche das Spielfeld und attackieren israelische Kicker. Was ist los mit den Austrotürken?

Seit Ende Juli kennt man die Salzburger Kleinstadt Bischofshofen sogar bei BBC und CNN. Das verdankt sie einem Match am örtlichen Fußballplatz: Der OSC Lille führt gerade 2:0 gegen Maccabi Haifa, als plötzlich eine Gruppe Jugendlicher mit Palästinaflaggen aufs Feld stürmt und sich mit den israelischen Spielern prügelt. Es sind keine Neonazis, sondern Teenager mit türkischen Wurzeln. Read More »

Die Akademie der Verdrängenden Künste

Nationalsozialisten als Ehrenmitglieder, die Büste eines Nazi-Dichters vor dem Gebäude, Hakenkreuze am Boden der Aula: Hat die Akademie der Bildenden Künste ihre Rolle im Nationalsozialismus ausreichend aufgearbeitet?

„Die kommissarische Führung der Akademie hat zu ihrem größten Befremden wahrgenommen, daß der Schillerplatz als Aufenthaltsort für die Juden freigegeben wurde. Ausgerechnet unter unserem Schillerdenkmal, welches jeden volksbewußten Deutschen mit Ehrfurcht vor unserem größten Dichter gemahnt, sitzen jetzt tagsüber auf den Bänken dichtgedrängt die unliebsamen Fremden.“. Das schreibt die Leitung der Akademie der Bildenden Künste im Dezember 1938 an Hanns Blaschke, Wiener Vizebürgermeister und Leiter des Kulturamts, und fordert: „Schillerplatz soll judenfrei werden.“ Read More »

“Es gibt wenige gute Menschen”

In Teil drei der Reihe „Erzählen Sie mir“ erzählt Susanne Guttmann von Glauben, Tradition und dem Unterschied zwischen Männern und Frauen.

NU: Sie sind 1939 nach Shanghai geflüchtet. Wie haben Sie dort gelebt?

Guttmann: Wir hatten nicht die Absicht zu bleiben. Wir haben ein Affidavit nach Amerika eingereicht – aktuell ist das im 1953er-Jahr geworden! Wir sind in ein internation camp gekommen. Ich habe das als Achtjährige nicht als so furchtbar empfunden. Ich habe geglaubt, das gehört so, dass man keine Schuhe und keine Toilette hat. Read More »