Der Boulevard schlägt zurück

Die Zeitung Österreich hat den Presserat verklagt: Er wolle ihr wirtschaftlich schaden. Kann das stimmen?

Eine Jugendliche stirbt unter mysteriösen Umständen in einem Spital. Die Tageszeitung Heute berichtet darüber – und zeigt ein privates Foto des jungen Mädchens, ohne dessen Mutter um Erlaubnis gefragt zu haben.

In einem Eissalon werden zwei zerstückelte, eingemauerte Männerleichen gefunden. Bald wird die Eissalonbesitzerin, die Exfreundin beider Männer, verhaftet. Die Kronen Zeitung bezeichnet die junge Frau als „Todeshexe“. Weiterlesen »

Radiowellen in 68 Sprachen

Ob Amharisch, Birmanisch, Tongaisch oder Deutsch: Beim australischen Radiosender SBS bekommen Migranten Nachrichten und Unterhaltung in ihrer Muttersprache

7 Uhr Griechisch, 8 Uhr Slowenisch, 9 Uhr Vietnamesisch, 10 Uhr Mandarin, 11 Uhr Französisch, 12 Uhr Albanisch. Was wie der Lehrplan einer Sprachschule klingt, ist das dienstägliche Sendeschema des öffentlich-rechtlichen australischen Radiosenders SBS (Special Broadcasting Service). In 68 Sprachen sendet das nach Eigenaussage sprachlich diverseste Medienunternehmen der Welt; jede Sprachgruppe hat, je nach Anzahl der Sprecher in Australien, ihres Alters, ihrer Englischkenntnisse, der Arbeitslosenrate und der Dauer ihres Aufenthalts, eine gewisse Anzahl an Stunden pro Woche zur Verfügung. Eine für Assyrisch, Kurdisch oder Litauisch, 14 für Griechisch, Italienisch oder Vietnamesisch.

SBS ist die mediale Verkörperung der australischen Multikulturalismus-Politik, die das Land seit den 1970er Jahren prägt. Weiterlesen »

Das kleine Glück der Parteien: 1,2 Millionen

Wie viel Geld kassieren Parteien über ihnen nahe stehende Zeitungen von der Glücksspielindustrie?

Inseratenrecherche: Ruth Eisenreich, Peter Sim

„Oft genügt ein einfacher Impuls, um Dinge in Bewegung zu bringen. (…) Novomatic setzt daher gerade jetzt Impulse.“ Fast könnte man meinen, das Glücksspielunternehmen Novomatic spräche hier von seiner eigenen Lobbyingstrategie. Doch dieses Inserat, das im Frühling 2009 im SPÖ-nahen VOR-Magazin erschien, bewarb das von Novomatic gesponserte Tanzfestival Impulstanz.

Seit Jahren wird diskutiert, ob und in welcher Form Glücksspielunternehmen versuchen, durch finanzielle Zuwendungen an Parteien oder vorgelagerte Organisationen und Unternehmen die Gesetzgebung zu beeinflussen oder zumindest für wohlwollende Stimmung zu sorgen. Zahlungen an Lobbyisten und „Studien“-Aufträge an parteinahe Werbefirmen (BZÖ) sind mittlerweile amtsbekannt. Doch ist das alles?Weiterlesen »