Pavillon 15: Wie die Stadt Wien die Aufarbeitung schwerster Vorwürfe unterlässt

Netzbetten, Zwangsjacken, Medikamente im Brei: Ende Mai berichtete die ehemalige Mitarbeiterin Elisabeth Pohl im Falter, wie am Steinhof noch in den 1980er-Jahren behinderte Kinder vernachlässigt und gequält wurden. Aus dem Büro von Sozialstadträtin Sonja Wehsely (SPÖ) hieß es damals, man wisse nichts von den Ereignissen im Pavillon 15 des heutigen Otto-Wagner-Spitals, werde sich aber um eine Aufarbeitung bemühen. Tatsächlich richtete der zuständige Wiener Krankenanstaltenverbund (KAV) bald eine Arbeitsgruppe ein. Eine interne allerdings, was die Stadtopposition misstrauisch machte: Die ÖVP forderte – erfolglos – eine unabhängige Expertenkommission.

Vier Monate sind inzwischen vergangenwas hat die Arbeitsgruppe weitergebracht?Weiterlesen »

Sparen auf die Artischocken

Undine Zimmer wuchs in einer Hartz-IV-Familie auf und erklärt, warum Armut nicht nur ein Geldproblem ist

Wie leben Menschen, die trotz aller Bemühungen keinen fixen Job finden? Wie bringen sie mit wenigen hundert Euro im Monat ihre Familie durch? Und was passiert mit Kindern, die in solchen Verhältnissen aufwachsen?

Die Öffentlichkeit diskutiert gern über Armut, über Langzeitarbeitslosigkeit und darüber, ob Beihilfen wie die österreichische Mindestsicherung und das deutsche Hartz IV zu lax oder zu strikt gehandhabt werden. Aber die, die diskutieren, sind Politiker und Sozialforscher. Nur selten kommen Betroffene zu Wort, und so bleibt deren Lebenswelt für den Rest der Gesellschaft ein fremdes Universum voller Stereotypen.

Undine Zimmer hat dieses Universum hinter sich gelassen. Die Eltern langzeitarbeitslos und Hartz-IV-Bezieher, die 1979 geborene Tochter hat studiert und war 2012 mit ihrem Text „Meine Hartz-IV-Familie“, entstanden während eines Praktikums beim Zeit Magazin, für den renommierten Henri-Nannen-Preis nominiert. Jetzt hat sie aus dem Essay ein Buch gemacht. Es ist ein sehr persönliches Buch. Weiterlesen »

Ohnmächtige Sieger, glückliche Verlierer

Das Ergebnis der österreichischen Parlamentswahlen ist voller Paradoxien. Das Land hat die Euro-Krise gut gemeistert, doch Rot-Schwarz hat nur eine hauchdünne Mehrheit.

Alles neu und doch alles beim Alten: Das ist das Ergebnis der österreichischen Parlamentswahlen am Sonntag. Die Regierungsparteien fuhren ihre schlechtesten Ergebnisse aller Zeiten ein, zwei neue Parteien wurden ins Parlament hinein-, eine hinausgewählt – und doch werden die Österreicher wohl auch für die nächsten fünf Jahre jene Große Koalition behalten, von der sie schon 41 der letzten 68 Jahre regiert wurden. Weiterlesen »

Welche Protestpartei passt zu Ihnen? Ein Psychotest

Noch immer wissen viele Österreicher nicht, welcher Partei sie am 29. September ihre Stimme geben werden. Sie gehören dazu? Sie haben genug von den etablierten Parteien? Sie wollen anderen die Chance geben, sich im Parlament zu beweisen, oder einfach Ihre Unzufriedenheit kundtun? Dann haben Sie in Wien die Wahl zwischen fünf Parteien, die nicht schon im Nationalrat sitzen. Im Gegensatz zu den etablierten Parteien haben sie kaum Chancen, ihre Programme öffentlichkeitswirksam zu präsentieren. Hier erfahren Sie, welche Partei am besten zu Ihnen passt. Weiterlesen »